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Aktuelle Informationen und Berichte

Gut besuchter Diskussionsabend

Diskussionsabend zum Thema "Wirtschaftsstandort Marquartstein" lockte zahlreiche Besucher an und es wurde ausgiebig diskutiert

Der von den "Bürgern für Marquartstein" organisierte Diskussionsabend am 4. März 2020 im Cafe Jägerwinkl stieß auf großes Interesse und zahlreiche Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung mit Bürgermeister und Gemeinderatskandidaten insbesondere zum Thema Wirtschaftsstandort zu diskutieren.
Bürgermeister Andreas Scheck hob in seiner Einleitung die hohe Wohn- und Lebensqualität in Marquartstein hervor. Diese führe aber auch dazu, dass immer mehr Menschen von außerhalb in Marquartstein Immobiliien und Wohnungen suchen und kaufen würden. Es sei verständlich, dass diese am liebsten am Status Quo festhalten würden. Die Gemeinde brauche aber eine kontinuierliche Entwicklung und insbesondere auch für die jungen Einheimischen entsprechende Zukunftsperspektiven. Dazu gehören wohnortnahe Arbeitsplätze und bezahlbarer Wohnraum.

Zum Thema Handwerk leitete Klaus Hell mit einigen statistischen Zahlen ein. So stehe Marquartstein aufgrund seiner Schulen und großer Dienstleistungsbetriebe hinsichtlich der Anzahl an Arbeitsplätzen insgesamt nicht so schlecht da. Man habe aber aufgrund einiger ungünstiger Rahmenbedingungen auch zuletzt wieder einen der 20 Handwerkbetriebe im Ort verloren. Es gebe entsprechend der kleinen Gemeindefläche auch wenig Gewerbeflächen.

Bürgermeister Scheck sah einige Punkte, wie die Gemeinde wirtschaftsfreundlich agieren könne, z. B. in der Verwaltung mit zügiger Bearbeitung von Anträgen und Verfahren oder bei Auftragsvergaben. Es bedürfe bezahlbaren Wohnraums für Arbeitnehmer und investitionsfreundlicher Hebesätze bei der Gewerbesteuer. Besonders wichtig sei ihm auch, dass man vorhandene Betriebe vor Verdrängung schütze. Dies könne u.a. durch Heranrücken von Bebauung an bestehende Gewerbebetriebe gefährlich werden. Weiters nannte er den Erhalt der Mobilität und der Zugänglichkeit der Betriebe, sowie den Ausbau von Breitband in der Gemeinde. Eine Möglichkeit sah er auch in Ansätzen für interkommunale Gewerbegebiete, um die Rivalität um Betriebe zwischen den Gemeinden zu reduzieren. Dazu müssten aber auch andere Gemeinden mitziehen.

Hubert Götschl war der Tourismus als wichtiger Wirtschaftsfaktor im Achental ein Anliegen. Hier gebe es noch viel Potential, das aber nicht in eine Steigerung der Gästezahlen münden dürfe, sondern die Qualität und Wertsteigerung zum Ziel haben müsse.

Anschließend entfaltete sich eine ausgiebige Diskussion über verschiedene Fragestellungen. So war die geringe Attraktivität des Gewerbegebietes an der B305 für einige zunächst unverständlich. Leider sei das Gewerbegebiet in privatem Besitz, so der Bürgermeister, und es würde vom Besitzer nur Erbpacht zu unattraktiven Konditionen angeboten. Darauf würden sich genau die Betriebe, die man sich wünsche, nämlich Handwerksbetriebe und eigentümergeführte Unternehmen nicht einlassen. Wenn man in 30 Jahren so viel Erbpacht zahle, dass man wo anders zu diesem Preis ein Gewerbegrundstück kaufen könne, sei das nicht verwunderlich. In dem Gebiet sind bestimmte Nutzungen, wie z.B. Einzelhandel, Lagerstätten und KfZ-Handel ausgeschlossen, sowie arbeitsplatzintensive Betriebe gefordert.

Weitere Themen waren der Einzelhandel im Ortszentrum und die nötige Konzentration sowie die Nahversorger. Frequenzbringer wie der der Edeka sollten für die weiteren Handelsstandorte besser genutzt werden, so der Bürgermeister. Man müsse bei den Planungen im neuen Ortszentrum was Nutzungen im Erdgeschoss angehe auch vorsichtig sein, um nur funktionierende Konzepte zu bekommen und keinen neuen Leerstand zu schaffen. Das hänge in erster Linie von den Betreibern ab, die heute vermehrt Filialisten seien. Weitere Diskussionpunkte gab es zur Parksituation an der Schloßstraße udn der Oberflächenentwässerung in Piesenhausen, sowie zum Straßenausbau. Die Diskussion schloß gegen 22 Uhr.