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Die kommunalpolitische Landschaft in Marquartstein hatte sich im Laufe der Amtsperiode 2008-2014 des Gemeinderates verändert. Die Zukunft der damaligen „Überparteilichen Wählergemeinschaft“ (ÜW) war äußerst fraglich und es hatte den Anschein, als würde den wahlberechtigten Bürgern für die Neuwahl 2014 eine echte, parteiunabhängige Alternative fehlen. Das gleiche Bild bot sich bei der Kandidatur zum Bürgermeisteramt. Bürgermeister Andreas Dögerl, dessen Familie Marquartstein bereits seit 30 Jahren ununterbrochen regierte, schien wieder der einzige Kandidat für dieses wichtige Amt, zu sein.

Um den Weg in die sich abzeichnende Sackgasse zu verhindern und die demokratischen Grundsätze in der Gemeindepolitik wieder zu festigen, haben Klaus Hell und Thomas  Halder im November 2013 den Entschluss gefasst, neue Wege zu gehen. Das Ziel war, mit einer Gruppierung von politisch und wirtschaftlich unabhängigen Bürgern bei der Kommunalwahl 2014 anzutreten.

Erfreulicherweise konnten wir gemeinsam schnell interessierte und engagierte Mitstreiter finden, die bereit waren, mit uns auf dieses Ziel hinzuarbeiten. Mit zunehmender Personalstärke unserer Gruppierung zeichneten sich eine wachsende Dynamik und ein steter Tatendrang für dieses Vorhaben ab. Schließlich gründeten wir am 17.12.2013 im Gasthof „Zum Ott“ in Staudach die „Bürger für Marquartstein“, kurz „Bürgerliste“ als neue kommunalpolitische Kraft für unseren Heimatort Marquartstein. Mit 11 Kandidaten war für uns die ideale Gruppenstärke erreicht, die es möglich macht, als geschlossenes Team die vielfältigen Aufgaben gemeinsam zu bearbeiten.

Stolz sind wir, dass wir den Wahlbürgern auch für das Bürgermeisteramt die wirkliche Alternative bieten konnten. Mit Andi Scheck, als Bürgermeisterkandidat aus unserer Mitte, sahen wir die perfekte Lösung für die Umsetzung unserer Leitmotive. Wir stehen für mehr Demokratie, bessere Information und offenen Dialog für und mit dem Bürger, unabhängig von Kandidat und Listenplatz.

Als neuer Wahlvorschlagsträger ist es uns nach bayerischem Wahlrecht nur möglich, zu kandidieren, wenn jeder Wahlvorschlag mit mindestens 80 Unterschriften wahlberechtigter Bürger bestätigt wird. In kürzester Zeit wurden die Anforderungen für die Wahlvorschläge zum Gemeinderat und Bürgermeister mit jeweils über 130 Unterzeichnern weit über dem Notwendigen erfüllt.

Somit wurden wir als „Bürger für Marquartstein“ vom Wahlausschuss am Dienstag den 04.02.2014 zur Kommunalwahl 2014 unter Wahlvorschlagsträger „5“ zugelassen.

Nun standen uns sechs  anstrengende Wochen bis zur Wahl bevor. Die Wahlstrategie war zu dieser Zeit bereits festgelegt. In langen nächtlichen Sitzungen wurden die Wahlprospekte und die Plakate entworfen zur Druckreife gebracht. Mit 4 öffentlichen Wahlveranstaltungen hatten wir uns einiges vorgenommen. Vor allem die Kandidatenvorstellung im Prinzregentensaal war für viele von uns eine echte Herausforderung. Völliges Neuland betraten wir mit dem Diskussionsabend am Aschermittwoch. Der Zuspruch aus der Bürgerschaft hat uns aber gezeigt, dass das direkte Gespräch mit dem Bürger genau der Weg ist, den wir in Zukunft gehen wollen.  Mit dem persönlichen Gespräch beim Wähler und dem Bürgermeisterbrief waren dann die letzten Mosaiksteine in unsere Wahlstrategie eingefügt. Alle 11 Kandidaten hatten ihr Bestes gegeben.

Sicher war ein gewisses Maß an Zuversicht am 16. März bei jedem von uns zu spüren. Der Respekt vor so einer Entscheidung war aber sicher nicht minder. Dass dieser Sonntagabend aber  mit einem solchen Erfolg enden würde, damit hat keiner so wirklich gerechnet.

Mit 37% der abgegebenen Stimmen, waren wir nur knapp hinter der Liste CSU/Freie Bürger Marquartstein und erhielten ebenso wie diese sechs Sitze im Gemeinderat. Die entscheidende Veränderung in der zukünftigen Kommunalpolitik brachte aber der Erfolg von Andi Scheck mit seiner Wahl zum Bürgermeister. Er gewann mit 59% der Stimmen gegen den bisherigen Amtsinhaber Andreas Dögerl.

Bei der Kommunalwahl 2020 traten wir verstärkt und mit der positiven Bilanz aus sechs Jahren Arbeit im Gemeinderat erneut an. Bürgermeister Andi Scheck konnte sich mit 67% deutlich gegen seinen Mitbewerber behaupten. 42% der Stimmen für den Gemeinderat gingen an die Bürgerliste, somit konnten wir sechs Sitze im Gemeinderat aus der BfM-Liste besetzen. Seither kam es aufgrund Wohnortwechsels von Sofie Nusko und später auch Lisa Hell zu Änderungen in der Besetzung. 

Zur Kommunalwahl 2026 zeichneten sich Veränderungen in der politischen Landschaft in Marquartstein ab. Die Grüne / offene Liste, bisher drittstärkste Kraft im Gemeinderat, wird keinen eigenen Wahlvorschlag einreichen. Die Bürger für Marquartstein haben den amtierenden Gemeinderäte Claudia Kraus, Toni Entfellner und Michael Elgass angeboten, sich auf die Bürgerliste setzen zu lassen.